Die Schweizer Uhrenexporte sind im Juli 2026 um 9,6 Prozent auf 2,63 Milliarden Franken gestiegen. Getrieben wird das Wachstum vor allem von den USA, während der wichtige chinesische Markt weiter schwächelt.
Die Uhrenindustrie gehört zu den grossen Aushängeschildern der Schweizer Wirtschaft, und ihre monatlichen Exportzahlen werden entsprechend aufmerksam verfolgt. Nach einigen schwierigen Monaten sorgt die Branche nun wieder für positive Schlagzeilen, denn der Aufwärtstrend hat sich zuletzt spürbar gefestigt.
Besonders die jüngsten Daten geben Anlass zu einem gewissen Optimismus. Sie zeigen, dass sich die Nachfrage nach Schweizer Zeitmessern erholt, auch wenn das Bild je nach Weltregion sehr unterschiedlich ausfällt. Ein genauerer Blick auf die Zahlen offenbart, wo die Stärken und wo die eigentlichen Sorgen liegen.
Ein kräftiges Plus im Juli

Der jüngste Monat verlief für die gesamte Branche ausgesprochen erfreulich. Nach Angaben des Uhrenverbands FH stiegen die Schweizer Uhrenexporte im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 9,6 Prozent auf 2,63 Milliarden Franken. Das ist ein solides Wachstum, das die Zuversicht in der Branche spürbar stärkt.
Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die bereits im Vormonat begonnen hatte. Wie es weiter heisst, waren die Exporte im Juni sogar noch eine Spur stärker gewachsen, nämlich um 11,2 Prozent. Zwei kräftige Monate in Folge deuten darauf hin, dass es sich bei der Erholung nicht um einen reinen Zufall handelt.
Zurück im positiven Bereich
Von besonderer Bedeutung ist, dass sich die Jahresbilanz durch diese Zuwächse gedreht hat. Nach dem erneuten Anstieg im Juli liegen die Exporte seit Jahresbeginn nun wieder im positiven Bereich, konkret bei einem Plus von 0,9 Prozent. Das ist durchaus bemerkenswert nach einem eher holprigen Start ins Jahr.
Dieser Umschwung ist für die Branche weit mehr als nur eine nackte Zahl. Er signalisiert, dass die schwächeren Monate zu Beginn des Jahres wieder wettgemacht werden konnten. Für ein Segment, das stark von der internationalen Konjunktur und der Konsumlaune abhängt, ist eine solche Stabilisierung ein wichtiges Signal.
Die USA als Zugpferd
Ein grosser Teil des Wachstums lässt sich auf einen einzigen Markt zurückführen. Den Angaben zufolge waren es vor allem die USA, die den jüngsten Aufschwung antrieben. Die Ausfuhren in den mittlerweile grössten Einzelmarkt der Branche erreichten im Juli einen Wert von 701,3 Millionen Franken.
Dieser Wert entspricht einem geradezu eindrücklichen Zuwachs. Gegenüber dem Vorjahresmonat legten die Exporte in die USA um satte 26,5 Prozent zu, ein Tempo, das die enorme Bedeutung des amerikanischen Marktes unterstreicht. Zugleich wächst damit aber auch eine gewisse Abhängigkeit von dieser einen Region.
China bleibt die grosse Sorge
So erfreulich die Zahlen aus den USA sind, so gedämpft ist die Stimmung mit Blick auf Asien. Vor allem China, lange Zeit ein zentraler Wachstumsmarkt der gesamten Branche, bereitet weiterhin einiges Kopfzerbrechen. Den Berichten zufolge gingen die Ausfuhren dorthin im Juli um deutliche 18,5 Prozent zurück.
Dieser markante Rückgang zeigt, wie herausfordernd das Geschäft in der Region inzwischen geworden ist. Während die einen Märkte florieren, schwächeln die anderen, was die Branche vor die Aufgabe stellt, ihre Abhängigkeiten neu auszubalancieren und Rückgänge an einem Ort durch Zuwächse anderswo aufzufangen.
Hochwertige Zeitmesser gefragt
Neben der geografischen Verteilung spielt auch das jeweilige Preissegment eine wichtige Rolle. Wie es heisst, wurde das Wachstum nicht nur von den USA, sondern auch ganz gezielt von hochwertigen Uhren getragen. Der obere Preisbereich erweist sich damit einmal mehr als besonders widerstandsfähig gegenüber Schwankungen.
Diese Beobachtung passt zu einem längerfristigen Trend in der gesamten Luxusgüterbranche. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten halten sich teure, exklusive Produkte häufig besser als das mittlere Segment, weil ihre Käuferschaft in der Regel weniger stark auf konjunkturelle Schwankungen reagiert.
Ein vorsichtiger Optimismus
Insgesamt zeichnen die jüngsten Zahlen das Bild einer Branche, die sich nach etlichen schwierigen Monaten wieder gefangen hat. Der kräftige Schub aus den USA und die Rückkehr in die positive Jahresbilanz sind ermutigende Zeichen, auch wenn die angespannte Lage in Asien weiterhin klar zur Vorsicht mahnt.
Ob sich der Aufwärtstrend in den kommenden Monaten fortsetzt, wird sich erst noch zeigen müssen. Klar ist jedoch, dass die Schweizer Uhrenindustrie ihre Anpassungsfähigkeit einmal mehr unter Beweis stellt. Als wertmässig grösster Uhrenexporteur der Welt bleibt sie ein wichtiger Gradmesser für die gesamte Schweizer Exportwirtschaft.
Solide Einschätzung zu Uhrenindustrie.
Guter Punkt.