Nach einem Zollschock und einem Rückgang der Pharmaexporte rechnen Ökonomen für 2026 mit einem Wachstum von rund einem Prozent. Ein Blick auf Zölle, Pharma, Uhren und den starken Franken.
Die Schweizer Wirtschaft steht im Jahr 2026 unter dem Eindruck der amerikanischen Handelspolitik. Nach einem turbulenten Jahr mit angedrohten und teilweise umgesetzten Zöllen rechnen Ökonomen für das laufende Jahr nur noch mit einem verhaltenen Wachstum, das deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt liegt.
Während 2025 noch ein Wachstum von rund 1,3 bis 1,4 Prozent erwartet wurde, gehen die Prognosen für 2026 laut mehreren Instituten von einem Plus von knapp einem Prozent aus. Für 2027 zeichnet sich danach wieder eine leichte Erholung ab, sofern sich die Handelslage stabilisiert.
Zoelle belasten die Wirtschaft

Wie stark die Zölle wirken, zeigte sich bereits im dritten Quartal 2025, als die Schweizer Wirtschaft um 0,5 Prozent schrumpfte. Vor allem die exportorientierten Branchen bekamen die ersten Massnahmen zu spüren, nachdem zuvor vorgezogene Ausfuhren die Zahlen künstlich gestützt hatten.
Ursprünglich hatte die US-Regierung im April 2025 Zölle von 39 Prozent auf Schweizer Einfuhren angedroht. Nach Verhandlungen wurde der Satz in einem im November 2025 unterzeichneten Abkommen auf 15 Prozent gesenkt, womit die Schweiz auf ein ähnliches Niveau wie die Europäische Union kam.
Pharma unter Druck
Besonders betroffen ist die Pharmaindustrie, die als grösster Exportsektor rund 45 Prozent der Schweizer Ausfuhren ausmacht. Im dritten Quartal 2025 ging die chemisch-pharmazeutische Produktion um 7,9 Prozent zurück, was sich unmittelbar in den gesamtwirtschaftlichen Zahlen niederschlug.
Gleichzeitig versuchen die grossen Konzerne, sich auf dem wichtigen US-Markt abzusichern. Berichten zufolge haben Roche und Novartis Investitionen in den Vereinigten Staaten in der Grössenordnung von insgesamt 75 Milliarden Dollar angekündigt, um näher am Absatzmarkt zu produzieren.
Uhren und Kaese spueren die Folgen
Auch die Uhrenindustrie ist stark vom US-Geschäft abhängig, das 2024 einen Wert von rund 4,4 Milliarden Franken hatte. Nach Inkrafttreten der höchsten Zölle brachen die Uhrenexporte in die USA im Oktober 2025 zeitweise um 47 Prozent ein, bevor sich die Lage langsam wieder beruhigte.
Noch drastischer traf es einzelne Nischen der Nahrungsmittelbranche. Die Käseexporte in die USA sanken im August 2025 unter dem Eindruck der Zölle von 39 Prozent um mehr als die Hälfte, konkret um 55,4 Prozent, was die Verwundbarkeit kleiner Exportzweige verdeutlichte.
Was das Abkommen bringt
Das ausgehandelte Abkommen soll die Belastung nun spürbar verringern. Die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich schätzt, dass die Senkung der Zölle das Bruttoinlandprodukt um 0,3 bis 0,5 Prozent stützen dürfte, verglichen mit einem Szenario ohne Einigung.
Konkret geht es dabei auch um Arbeitsplätze. Schätzungen zufolge könnten allein in der Schweizer Maschinenindustrie zwischen 7500 und 15 000 Stellen erhalten bleiben, die bei einem Fortbestehen der hohen Zölle gefährdet gewesen wären.
Arbeitsmarkt und Inflation
Auf dem Arbeitsmarkt bleibt die Lage vergleichsweise stabil, auch wenn sich erste Anzeichen einer Abkühlung zeigen. Die Arbeitslosenquote bewegte sich zuletzt um rund 3 Prozent, während die Teuerung mit einem erwarteten Wert von unter einem Prozent weiterhin sehr niedrig bleibt.
SNB und der starke Franken
Vor diesem Hintergrund dürfte die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins voraussichtlich das ganze Jahr 2026 über bei null Prozent belassen. Der Franken bleibt zugleich stark, nachdem er seit der Pandemie deutlich an Wert gewonnen hat und als sicherer Hafen gefragt ist.
Ausblick fuer 2026 und 2027
Insgesamt zeichnet sich für die Schweiz ein Jahr der vorsichtigen Stabilisierung ab. Die grössten Unsicherheiten liegen weiterhin in der konkreten Umsetzung des Zollabkommens und in der Frage, wie robust der Arbeitsmarkt bleibt, sollte sich die globale Nachfrage weiter abschwächen.
Wirklich nützlicher Beitrag über Pharma.
Guter Kontext rund um Pharma.
Pharma: besser erklärt als anderswo.
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