Mit 3I/ATLAS hat erst der dritte bekannte interstellare Besucher unser Sonnensystem durchquert. Eine Kamera an Bord der ESA-Sonde JUICE, an der deutsche Forschung massgeblich beteiligt ist, fing den Kometen bei einem Zufallstreffen ein und lieferte spannende Daten.
Es ist ein seltenes Ereignis: Ein Besucher aus den Tiefen des interstellaren Raums hat unser Sonnensystem durchquert. Der Komet mit dem Namen 3I/ATLAS zog dabei die Aufmerksamkeit von Forscherinnen und Forschern auf der ganzen Welt auf sich, auch in Deutschland.
Besonders spannend ist, dass eine Kamera mit massgeblicher deutscher Beteiligung den Kometen einfangen konnte. Sie befindet sich an Bord einer Raumsonde, die eigentlich zu einem ganz anderen Ziel unterwegs ist, und lieferte dennoch wertvolle Aufnahmen des fluchtigen Gastes.
Erst der dritte Besucher aus dem interstellaren Raum
3I/ATLAS wurde am 1. Juli 2025 mit dem ATLAS-Teleskopsystem in Chile entdeckt. Es handelt sich um erst das dritte bestatigte interstellare Objekt uberhaupt, nach dem ratselhaften Oumuamua und dem Kometen Borisov, die in den Jahren zuvor beobachtet worden waren.
Der Komet bewegt sich auf einer sogenannten hyperbolischen Bahn, die schnell genug ist, um der Schwerkraft der Sonne vollstandig zu entkommen. Sein Kern misst im Durchmesser hochstens etwa funf Kilometer, und sein sonnennachster Punkt lag am 29. Oktober 2025.
Ein Zufallstreffen im All

Nach Anfang Oktober 2025 verloren die Teleskope auf der Erde den Kometen zunachst aus dem Blick, weil sein Winkelabstand zur Sonne zu klein wurde. Genau in dieser Phase kam eine Raumsonde ins Spiel, die sich an einer sehr gunstigen Position befand.
Die ESA-Sonde JUICE, die eigentlich zum Planeten Jupiter unterwegs ist und wahrend des Flugs normalerweise keine wissenschaftlichen Messungen durchfuhrt, stand auf der gegenuberliegenden Seite der Sonne. Das Team entwarf daraufhin kurzfristig eine eigene Beobachtungskampagne.
Die JANUS-Kamera und der Beitrag aus Deutschland
Zum Einsatz kam die Multispektralkamera JANUS. Nach Angaben des Deutschen Zentrums fur Luft- und Raumfahrt nahm sie zwischen dem 5. und 25. November 2025 mehr als 120 Bilder des Kometen auf. Die Daten wurden am 19. Februar 2026 zur Erde ubertragen.
Die Beobachtung erfolgte aus einer geringsten Entfernung von rund 63 Millionen Kilometern, mit sieben Spektralfiltern von 380 bis 1.015 Nanometern. Das DLR steuerte wichtige Hardware bei, und die JANUS-Operationen werden von einer Forscherin des Instituts in Berlin mitgeleitet.
Ein Schweif von sechs Millionen Kilometern
Die Aufnahmen zeigten eine ausgedehnte Koma rund um den Kern sowie einen Schweif, der sich uber rund sechs Millionen Kilometer erstreckte. Sichtbar wurden ausserdem feine Strukturen wie Jets, Strome und Filamente in der Gas- und Staubhulle des Kometen.
Bemerkenswert war dabei eine Beobachtung: Trotz seiner Herkunft aus einem fremden Sternsystem verhielt sich 3I/ATLAS bei seiner Annaherung an die Sonne im Grunde wie ein ganz gewohnlicher Komet aus unserem eigenen Sonnensystem.
Eine ungewoehnliche Zusammensetzung
Andere Instrumente lieferten zusatzliche Erkenntnisse. Daten des Radioteleskopverbunds ALMA in Chile zeigten im Fruhjahr 2026, dass der Komet ungewohnlich viel Methanol ausgast, was auf eine besondere chemische Zusammensetzung hindeutet.
Zudem enthalt sein Wassereis einen auffallend hohen Anteil des schweren Wasserstoff-Isotops Deuterium. Der Wert liegt etwa 40-mal hoher als in den Ozeanen der Erde und rund 30-mal hoher als bei den Kometen unseres Sonnensystems, ein deutlicher chemischer Fingerabdruck.
In der Kaelte entstanden
Fachleute deuten diese Merkmale als Hinweis darauf, dass 3I/ATLAS in einer ausgesprochen kalten Umgebung entstanden ist, vermutlich am Rand eines anderen Planetensystems. Damit wird der Komet zu einem seltenen Fenster in die Entstehungsbedingungen ferner Welten.
Ein Objekt das nie zurueckkehrt
Fur die Wissenschaft war der Vorbeiflug eine einmalige Gelegenheit, Material aus einem anderen Sternsystem aus der Nahe zu untersuchen. Denn 3I/ATLAS verlasst unser Sonnensystem fur immer und wird nie wieder zuruckkehren, weshalb jede gewonnene Aufnahme umso wertvoller ist.
Wirklich nützlicher Beitrag über JANUS.

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