Mit dem Herbst sinkt in der Schweiz die Vitamin-D-Versorgung: Laut BAG leiden in den Wintermonaten über 60 Prozent an einem Mangel. Warum das Sonnenvitamin so wichtig ist und wer besonders aufpassen sollte.
Mit dem beginnenden Herbst wird das Sonnenlicht in der Schweiz schwächer, und damit sinkt auch die körpereigene Produktion von Vitamin D. Laut Erhebungen des Bundesamtes für Gesundheit leiden in den Wintermonaten über 60 Prozent der Bevölkerung an einem Mangel. Grund genug, sich mit dem sogenannten Sonnenvitamin einmal näher zu befassen.
Ein stark saisonales Problem
Eine Studie des Bundesamtes für Gesundheit, an der rund 1400 Personen ab 15 Jahren teilnahmen, zeigt deutlich, wie stark die Versorgung von der Jahreszeit abhängt. In den Sommermonaten von Juni bis September weisen etwa 80 Prozent der Bevölkerung ausreichend hohe Werte auf. Im Winter jedoch kippt dieses Bild fast ins Gegenteil.
In den Monaten von Dezember bis März kommt es demnach bei mehr als 60 Prozent zu einem Mangel. Der Grund liegt in der geringeren Sonneneinstrahlung. Denn die Haut kann Vitamin D nur bilden, wenn sie genügend Sonnenlicht abbekommt, und in der dunklen Jahreszeit reicht die Intensität der Sonne dafür schlicht nicht mehr aus.
Warum Vitamin D so wichtig ist

Vitamin D erfüllt im Körper wichtige Aufgaben. Es spielt vor allem eine zentrale Rolle für die Knochen, weil es dem Körper hilft, Kalzium aufzunehmen und einzulagern. Zudem wird ihm eine Bedeutung für das Immunsystem und die Muskeln zugeschrieben. Ein dauerhafter Mangel gilt daher als gesundheitlich durchaus nicht unbedenklich.
Das Tückische daran ist, dass ein Mangel oft unbemerkt bleibt. Mögliche Anzeichen wie Müdigkeit oder eine erhöhte Infektanfälligkeit sind unspezifisch und werden nur selten sofort mit Vitamin D in Verbindung gebracht. Sicherheit gibt letztlich nur eine Blutuntersuchung, die den tatsächlichen Wert im Körper zuverlässig bestimmt.
Die Sonne allein reicht nicht
Die naheliegendste Quelle für Vitamin D ist das Sonnenlicht. Doch als alleinige Quelle ist es unzuverlässig. Zwischen November und April steht die Sonne in der Schweiz zu tief und ihre Strahlung ist zu schwach, als dass die Haut daraus genügend Vitamin D bilden könnte. Ausgerechnet im Winter fällt diese Quelle also weitgehend aus.
Hinzu kommt, dass ausgiebige Sonnenbäder ihrerseits Risiken bergen, etwa für die Haut. Es geht also nicht darum, sich möglichst lange und ungeschützt der Sonne auszusetzen. Über die Ernährung allein lässt sich der Bedarf ebenfalls kaum decken, denn nur wenige Lebensmittel enthalten nennenswerte Mengen an diesem wichtigen Vitamin.
Wer besonders aufpassen sollte
Die aktuellen Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit richten sich vor allem an zwei Risikogruppen. Zum einen an Kinder, bei denen eine zusätzliche Zufuhr der Vorbeugung gegen die Knochenkrankheit Rachitis dient. Zum anderen an Erwachsene über 65 Jahre, deren körpereigene Vitamin-D-Produktion mit dem Alter spürbar nachlässt.
Darüber hinaus gibt es weitere Gruppen, die tendenziell stärker betroffen sein können. Dazu zählen etwa Menschen, die sich viel in geschlossenen Räumen aufhalten oder aus verschiedenen Gründen wenig Tageslicht abbekommen. Wer unsicher ist, bespricht die eigene Situation am besten in aller Ruhe mit der Ärztin oder dem Arzt.
Präparate: sinnvoll, aber mit Mass
Für viele Menschen können Vitamin-D-Präparate in der dunklen Jahreszeit sinnvoll sein. Wichtig ist dabei jedoch das richtige Mass. Nicht jeder benötigt hohe Dosierungen, und eine Einnahme sollte idealerweise auf dem tatsächlichen Bedarf beruhen, den ein Bluttest und eine ärztliche Beratung gemeinsam ermitteln können.
Denn mehr ist nicht automatisch besser. Vitamin D ist fettlöslich und kann sich im Körper anreichern, weshalb eine dauerhafte Überdosierung keineswegs harmlos ist. Die offiziellen Richtwerte geben hier eine gute Orientierung, an der sich die Einnahme vernünftigerweise ausrichten sollte, statt einfach möglichst viel davon zu schlucken.
Was jeder tun kann
Im Alltag lässt sich einiges tun. In den sonnigen Monaten hilft es, sich regelmässig und mit Mass im Freien aufzuhalten, um die Speicher aufzufüllen. Ergänzend liefern einige Lebensmittel wie fetter Fisch oder Eier zumindest kleine Mengen. Für die Risikogruppen kommt bei Bedarf eine gezielte Ergänzung sinnvollerweise hinzu.
Der Herbst ist ein guter Moment, um das Thema überhaupt einmal auf dem Schirm zu haben. Wer den Verdacht hat, schlecht versorgt zu sein, kann seinen Wert unkompliziert abklären lassen. Panik ist dabei fehl am Platz, ein bewusster Umgang mit dem Thema in der dunklen Jahreszeit aber durchaus angebracht.
Ein kleines Vitamin mit grosser Wirkung
Vitamin D ist nur ein kleiner Baustein von vielen, aber ein durchaus wichtiger. Gerade in der Schweiz mit ihren langen, sonnenarmen Wintern lohnt es sich, die eigene Versorgung im Blick zu behalten und bei Bedarf gezielt nachzuhelfen. Mit dem Beginn der dunklen Jahreszeit ist genau jetzt ein guter Zeitpunkt dafür.
Ausgewogene Sicht auf Gesundheit Schweiz.
Gesundheit Schweiz: klar und gut erklärt.
Sehr richtig.

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