Obwohl das Land vergleichsweise klein ist, hat sich die Schweiz in den letzten Jahren zu einer echten Weltmacht bei zukunftsweisenden Technologien entwickelt, denn nirgendwo sonst fließt ein so großer Teil des Risikokapitals in sogenannte Deep-Tech-Firmen, die von der Robotik bis zu völlig neuen Mat
Wenn es um die großen Namen in der Welt der aufstrebenden Technologieunternehmen geht, denken die meisten Menschen wohl zuerst an das amerikanische Silicon Valley oder an die riesigen Metropolen Asiens. Dabei hat sich still und leise ein deutlich kleineres Land an die absolute Weltspitze gearbeitet, dessen beeindruckende Erfolge bei der Innovation eine genauere Betrachtung mehr als verdienen, nämlich die Schweiz.
Ein kleines Land mit großer Wirkung
Auf den ersten Blick mag es durchaus überraschend erscheinen, dass ausgerechnet ein so kleines Land wie die Schweiz in diesem anspruchsvollen Bereich eine so gewichtige Rolle spielen kann. Doch genau hier zeigt sich eine ihrer allergrößten Stärken, denn die Schweiz setzt seit jeher nicht auf schiere Masse, sondern vielmehr auf höchste Qualität, Präzision und eine wirklich außergewöhnliche Spitzenforschung.
Besonders stark ist das Land in einem überaus spannenden Feld, das Fachleute gemeinhin als Deep Tech bezeichnen. Darunter versteht man junge Unternehmen, die auf tiefgreifenden wissenschaftlichen und technischen Durchbrüchen aufbauen, etwa in der Robotik, in der Biotechnologie oder bei der Entwicklung von völlig neuartigen Werkstoffen für die Industrie von morgen.
Spitzenreiter beim Risikokapital

Ein aktueller und viel beachteter Bericht aus dem Jahr 2026 hat nun eindrucksvoll bestätigt, wie weit die Schweiz in diesem Bereich tatsächlich vorne liegt. Demnach fließen beachtliche 63 Prozent des gesamten Risikokapitals im Land in Deep-Tech-Firmen, was weltweit der mit Abstand höchste Anteil überhaupt ist und damit sogar Länder wie China und die Vereinigten Staaten übertrifft.
Noch deutlicher wird die führende Rolle der Schweiz, wenn man die gesamten Investitionen auf die Einwohnerzahl umrechnet. Mit rund 1470 Dollar pro Kopf investiert kein anderes europäisches Land so viel Geld in diese zukunftsweisenden Technologien, womit sich die Schweiz gemeinsam mit Israel und den Vereinigten Staaten an die absolute Weltspitze setzt.
Die Kraft der Hochschulen
Das eigentliche Herzstück dieses bemerkenswerten Erfolgs bilden die beiden weltberühmten technischen Hochschulen des Landes, die ETH in Zürich und die EPFL in Lausanne. Sie gelten heute als die führenden Universitäten in ganz Europa, wenn es darum geht, aus herausragender Forschung erfolgreiche neue Unternehmen entstehen zu lassen, die man im Fachjargon als Spin-offs bezeichnet.
Die nüchternen Zahlen hinter diesem Erfolg sprechen eine ausgesprochen deutliche Sprache, denn aus diesen Hochschulen sind bereits Hunderte von durch Investoren finanzierten Firmen hervorgegangen. Darunter befinden sich mittlerweile auch mehrere sogenannte Einhörner, also besonders wertvolle junge Unternehmen, deren gemeinsamer Wert sich auf viele Milliarden Dollar summiert.
Rekordsummen für Zukunftstechnologien
Auch die schiere Menge des Geldes, das in diesen Bereich fließt, ist in den vergangenen Jahren geradezu explodiert und hat zuletzt immer neue Höchststände erreicht. Allein im Jahr 2025 wurde ein Rekordwert von etwa 2,6 Milliarden Dollar in Schweizer Deep-Tech-Firmen investiert, was gegenüber dem Jahr 2015 ungefähr einer Verfünffachung der gesamten Summen entspricht.
Hinter diesem großen Erfolg verbirgt sich allerdings auch eine gewisse Abhängigkeit vom Ausland, die man keinesfalls übersehen sollte. Bei den ganz großen Finanzierungsrunden stammen nämlich rund 88 Prozent des Kapitals von ausländischen Investoren, während die heimischen Geldgeber in dieser besonders entscheidenden Phase nur einen vergleichsweise kleinen Teil beisteuern.
Roboter und intelligente Maschinen
Besonders dynamisch entwickeln sich derzeit zwei eng miteinander verbundene Bereiche, die gemeinhin als die wichtigen Technologien der Zukunft gelten. So baut inzwischen jedes vierte neu gegründete Unternehmen in erster Linie auf künstlicher Intelligenz und dem maschinellen Lernen auf, einem Feld, das die gesamte Arbeitswelt in einem rasanten Tempo grundlegend verändert.
Noch eindrücklicher ist jedoch der rasante Aufstieg der Robotik, in der die Schweiz eine geradezu außergewöhnliche Stellung einnimmt. Gemessen an der Einwohnerzahl wurden hier seit dem Jahr 2020 rund dreieinhalb Mal so viele durch Investoren finanzierte Robotikfirmen gegründet wie in den Vereinigten Staaten, was die enorme Innovationskraft des Landes eindrucksvoll unterstreicht.
Herausforderungen und Chancen
Trotz all dieser überaus positiven Entwicklungen steht die Schweiz natürlich auch vor einigen durchaus wichtigen Herausforderungen, die es in den kommenden Jahren noch zu bewältigen gilt. Eine der größten Aufgaben besteht sicherlich darin, deutlich mehr heimisches Kapital für die späten und besonders kostspieligen Wachstumsphasen der jungen Unternehmen zu gewinnen.
Gelingt es dem Land, diese verbleibende Lücke in Zukunft weiter zu schließen, so stehen die Chancen ausgesprochen gut, dass die Schweiz ihre führende Rolle noch viele Jahre lang behaupten wird. Für Gründerinnen und Gründer, für Forschende und für Investoren aus aller Welt bleibt das kleine Land im Herzen Europas damit einer der spannendsten Standorte überhaupt.
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