Schweizer Start-ups sammelten 2025 über 3,3 Milliarden Franken ein, und die künstliche Intelligenz wurde zum grössten Treiber. Ein Blick auf die Zahlen, die Konzentration des Kapitals und die Rolle von Fintech und Cleantech.
Die Schweiz gilt seit Jahren als eines der innovativsten Länder der Welt, und ihre Start-up-Szene bestätigt diesen Ruf Jahr für Jahr aufs Neue. Hinter den vielen Erfolgsgeschichten steht inzwischen ein Kapitalfluss in Milliardenhöhe, der sich zunehmend auf einige wenige Bereiche konzentriert.
Ein Rekordjahr für Schweizer Start-ups
Berichten zufolge sammelten Schweizer Start-ups im Jahr 2025 über 3,3 Milliarden Franken in rund 515 Finanzierungsrunden ein. Bereits 2024 waren es etwa 3,2 Milliarden Franken, und für 2026 wird ein Gesamtvolumen von rund 4,2 Milliarden Franken erwartet.
Künstliche Intelligenz als Treiber
Der grösste Wachstumstreiber ist heute die künstliche Intelligenz. 2025 gab es 163 Finanzierungsrunden für KI-Start-ups, gegenüber 112 im Jahr zuvor. Damit entfielen rund 32 Prozent aller Abschlüsse und ungefähr 1,1 Milliarden Franken auf diesen einzigen Bereich.
Geld konzentriert sich

So beeindruckend die Zahlen sind, so deutlich ist auch die Konzentration. Das Kapital fliesst vor allem nach Zürich und in die Romandie, und ein grosser Teil der Summen verteilt sich auf eine kleine Gruppe von Unternehmen. Die Investoren agieren spürbar selektiver als noch vor einigen Jahren.
Fintech hält sich stabil
Auch der Finanztechnologiesektor bleibt ein wichtiger Pfeiler der Szene. Über das gesamte Jahr gerechnet flossen rund 295 Millionen Franken in Fintech-Firmen. In der ersten Jahreshälfte lag das Wachstum in diesem Bereich sogar bei beeindruckenden 93 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Cleantech und der Fall Climeworks
Im Bereich der sauberen Technologien wurden rund 386 Millionen Franken investiert. Bemerkenswert ist dabei, dass etwa ein Drittel dieser Summe an ein einziges Unternehmen ging, den bekannten Spezialisten für CO2-Abscheidung Climeworks. Das zeigt erneut, wie stark sich das Kapital bündelt.
Die Top 100 als Schaufenster
Einen guten Überblick über die vielversprechendsten jungen Firmen bietet das jährliche Ranking der Top 100 Schweizer Start-ups. Dort finden sich unter anderem das Fintech-Unternehmen Relai und die Cleantech-Firma Enerdrape, die stellvertretend für die Vielfalt der gesamten Szene stehen.
Warum die Konzentration Fragen aufwirft
Die starke Bündelung des Kapitals hat zwei Seiten. Einerseits ermöglicht sie einzelnen Firmen, sehr schnell zu wachsen und international zu skalieren. Andererseits wird es für kleinere oder weniger sichtbare Start-ups schwieriger, überhaupt an frisches Geld zu gelangen.
Vom Labor auf den Weltmarkt
Die eigentliche Herausforderung beginnt oft erst nach der ersten Finanzierung. Viele Schweizer Gründungen sind technologisch stark, müssen den Sprung von der vielversprechenden Idee zum global tätigen Unternehmen aber erst noch schaffen. Genau hier entscheidet sich der langfristige Erfolg.
Bankkredit statt Beteiligung
Nicht jede Firma will den Weg über Wagniskapital gehen. Rund 75 Prozent der Schweizer KMU bevorzugen laut Erhebungen weiterhin Bankkredite gegenüber der Ausgabe von Anteilen, um die Kontrolle über das eigene Unternehmen zu behalten. Alternative Finanzierungsformen gewinnen dennoch an Bedeutung.
Ausblick auf 2026
Für das laufende Jahr deuten die Prognosen auf einen weiteren Anstieg hin. Sollte sich das erwartete Volumen von rund 4,2 Milliarden Franken bestätigen, wäre das ein neuer Höchststand. Ob das Geld breiter gestreut wird oder sich weiter konzentriert, bleibt jedoch offen.
Ein Ökosystem im Wandel
Unter dem Strich zeigt sich ein Ökosystem, das mehr Kapital anzieht als je zuvor, gleichzeitig aber wählerischer geworden ist. Die künstliche Intelligenz verschiebt die Gewichte, während bewährte Bereiche wie Fintech und Cleantech ihren festen Platz behaupten.
Was auf dem Spiel steht
Für die Schweiz geht es um mehr als nur um Zahlen. Eine lebendige Gründerszene sichert Arbeitsplätze, Wissen und Einfluss in den Schlüsseltechnologien der Zukunft. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob aus den heutigen Start-ups die Weltmarktführer von morgen werden.

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