Das Zürcher Start-up Gravis Robotics hat in einer Series-A-Runde 200 Millionen Dollar von SoftBank erhalten und den Einhorn-Status erreicht. Ein Blick auf die Technik, die gewöhnliche Baumaschinen autonom macht.
Die Schweizer Start-up-Szene hat einen ihrer bisher grössten Erfolge zu vermelden. Das Zürcher Unternehmen Gravis Robotics hat eine Finanzierungsrunde abgeschlossen, die selbst im international beachteten Umfeld der Deeptech-Branche für Aufsehen sorgt.
Im Zentrum steht eine Technologie, die gewöhnliche Baumaschinen in autonome Roboter verwandeln soll. Damit trifft das Unternehmen einen Nerv einer Branche, die seit Jahren mit Fachkräftemangel und dem Druck nach höherer Produktivität zu kämpfen hat.
Ein Rekord aus Zürich
Laut Berichten hat Gravis Robotics in einer Series-A-Runde 200 Millionen US-Dollar eingesammelt, angeführt von der japanischen Technologie- und Investmentgruppe SoftBank. Das Unternehmen bezeichnet dies als grösste Series A in der Geschichte der Baurobotik.
Mit der Runde erreichte das Start-up den Angaben zufolge eine Bewertung von rund einer Milliarde Dollar und damit den sogenannten Einhorn-Status. Damit zählt Gravis zu den wenigen europäischen Robotikfirmen, die diese Schwelle überschritten haben.
Bestehende Maschinen werden autonom

Das Besondere an dem Ansatz ist, dass Gravis keine völlig neuen Maschinen baut. Stattdessen setzt das Unternehmen auf eine Nachrüstlösung, die vorhandene Baumaschinen mit Sensoren und Software ausstattet und sie so schrittweise autonom macht.
Herzstück ist ein nachrüstbares Steuerungssystem, das sich den Angaben zufolge auf Maschinen unterschiedlicher Hersteller montieren lässt. Ausgestattete Bagger und Lader können damit Aufgaben wie Graben, Planieren oder das Beladen von Lastwagen selbstständig ausführen.
Vom Labor zur Baustelle
Gegründet wurde Gravis Robotics im Jahr 2022 als Ausgründung der ETH Zürich, einer der führenden technischen Hochschulen Europas. Das Unternehmen ist damit ein weiteres Beispiel dafür, wie aus universitärer Forschung marktreife Technologie entsteht.
Geführt wird die Firma laut den Angaben von den Mitgründern Ryan Luke Johns als Geschäftsführer und Dominic Jud als Technikchef. Zu den Mitgründern zählt zudem der ETH-Robotikprofessor Marco Hutter, der im Verwaltungsrat des Unternehmens sitzt.
Mehr Tempo auf der Baustelle
Nach eigenen Angaben ist die Technik bereits auf vier Kontinenten im Einsatz und wurde unter realen Bedingungen auf ganz unterschiedlichen Maschinen und Baustellen erprobt. Das soll zeigen, dass das System nicht nur im Labor, sondern auch im Alltag funktioniert.
Das Unternehmen wirbt damit, die Produktivität auf der Baustelle um bis zu 30 Prozent steigern zu können. Ob sich dieser Wert breit bestätigt, wird sich zeigen, doch er verdeutlicht, welches wirtschaftliche Potenzial die Firma in der Automatisierung sieht.
Bedeutung für den Standort Schweiz
Für die Schweiz ist die Runde mehr als nur eine einzelne Erfolgsmeldung. Sie unterstreicht den Ruf des Landes als Standort für Deeptech, bei dem aufwendige Technologie aus der Forschung heraus in international konkurrenzfähige Unternehmen überführt wird.
Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie sich das Unternehmen im Wettbewerb behauptet und ob die hohen Erwartungen eingelöst werden. Klar ist jedoch, dass die Runde die Aufmerksamkeit auf die Schweizer Robotikbranche und ihre Möglichkeiten weiter erhöht.
Starke Berichterstattung zu Baurobotik.
Schöner tiefer Blick auf Baurobotik.

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