Schweizer Jungunternehmen haben 2025 nach Angaben der Branchenberichte fast drei Milliarden Franken eingesammelt. Besonders stark ist das Land bei anspruchsvoller Deeptech, wo es einen weltweit einzigartigen Anteil des Wagniskapitals auf sich zieht.
Die Schweiz ist flaechenmaessig ein kleines Land, doch in der Welt der jungen Technologiefirmen spielt sie in einer erstaunlich hohen Liga. Waehrend anderswo ueber Krisen und zurueckhaltende Investoren geklagt wird, sammeln Schweizer Start-ups weiterhin Milliarden ein und ziehen internationales Kapital an, vor allem in besonders anspruchsvollen Technologiefeldern.
In diesem Artikel schauen wir uns an, wie viel Geld die Schweizer Jungunternehmen im Jahr 2025 eingeworben haben, in welchen Bereichen sie besonders stark sind und warum gerade die sogenannte Deeptech eine so grosse Rolle spielt. Die Zahlen stammen aus den einschlaegigen Branchenberichten zur Schweizer Start-up-Szene.
Fast drei Milliarden Franken fuer Start-ups
Laut den Branchenberichten haben Schweizer Start-ups im Jahr 2025 rund 2,95 Milliarden Franken an frischem Kapital eingesammelt, verteilt auf etwa 354 Finanzierungsrunden. Das ist ein Zuwachs von knapp 24 Prozent gegenueber dem Vorjahr und zugleich der erste jaehrliche Anstieg seit dem Jahr 2022, was auf eine deutliche Erholung hindeutet.
Dieser Aufschwung ist bemerkenswert, weil viele Investoren in den vergangenen Jahren vorsichtiger geworden waren. Dass die Summe wieder steigt, zeigt, dass Geldgeber aus dem In- und Ausland weiterhin an das Potenzial der Schweizer Gruenderszene glauben und bereit sind, teils erhebliche Betraege in junge Unternehmen mit hohen Ambitionen zu investieren.
Weltmeister im Bereich Deeptech
Besonders auffaellig ist die Staerke der Schweiz bei der sogenannten Deeptech, also bei Technologien, die auf tiefgreifender wissenschaftlicher Forschung beruhen. Nach den Berichten fliessen rund 63 Prozent des gesamten Wagniskapitals in solche Deeptech-Firmen, ein weltweit einzigartig hoher Anteil, der noch vor Laendern wie China und den Vereinigten Staaten liegt.
Auch pro Kopf der Bevoelkerung gerechnet steht die Schweiz hervorragend da und zaehlt bei den Deeptech-Investitionen zu den drei fuehrenden Nationen der Welt. Diese Zahlen unterstreichen, dass das Land nicht auf schnelle, oberflaechliche Geschaeftsideen setzt, sondern auf anspruchsvolle Technologien mit langem Atem und hohem wissenschaftlichem Anspruch.
Die Hochschulen als Talentschmiede

Ein wichtiger Grund fuer diese Staerke sind die Hochschulen. Die ETH Zuerich und die EPFL in Lausanne bringen laut den Berichten mehr risikokapitalfinanzierte Ausgruendungen hervor als jede andere Universitaet in Europa, mit rund 24 neuen Spin-offs an der ETH und etwa 16 an der EPFL, womit sie renommierte Häuser wie Oxford oder Cambridge hinter sich lassen.
In den Forschungslaboren dieser Hochschulen entstehen die wissenschaftlichen Grundlagen, aus denen spaeter marktreife Produkte werden. Studierende und Forschende, die an vordersten Fronten der Wissenschaft arbeiten, gruenden immer haeufiger eigene Firmen und tragen so dazu bei, dass aus Grundlagenforschung konkrete Unternehmen mit Arbeitsplaetzen werden.
Kuenstliche Intelligenz, Robotik und Rechenpower
Bei den Themen, die neue Firmen antreiben, stehen laut den Berichten kuenstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, Robotik sowie die Zukunft des Rechnens ganz oben. Rund ein Viertel aller seit 2022 gegruendeten Start-ups ist demnach im Bereich der kuenstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens angesiedelt, was das enorme Interesse an diesen Feldern zeigt.
Auch das Klima wird zum Geschaeft
Neben digitalen Technologien spielt auch der Umweltbereich eine Rolle, wenn auch mit weniger Kapital. Ein grosser Teil der Investitionen in diesem Feld ging an das ETH-Spin-off Climeworks, das sich auf die Entfernung von Kohlendioxid aus der Luft spezialisiert hat und laut den Berichten allein rund 128 Millionen Franken in einer der groessten Runden des Jahres einsammelte.
Warum die Schweiz so stark ist
Die Kombination aus exzellenten Hochschulen, hoch qualifizierten Fachkraeften, politischer Stabilitaet und einem funktionierenden Finanzsystem macht die Schweiz zu einem fruchtbaren Boden fuer anspruchsvolle Jungunternehmen. Hinzu kommt ein wachsendes Netzwerk aus Investoren und Foerderprogrammen, das Gruenderinnen und Gruender in den entscheidenden fruehen Phasen unterstuetzt.
Herausforderungen bleiben bestehen
Trotz der guten Zahlen gibt es Herausforderungen. Gerade in spaeteren Wachstumsphasen fehlt es oft an sehr grossen Finanzierungsrunden, sodass manche Firmen ins Ausland abwandern, um dort weiter zu wachsen. Auch der internationale Wettbewerb um Talente und Kapital bleibt hart, und die Szene muss aufpassen, ihren Vorsprung nicht zu verspielen.
Was das bedeutet
Insgesamt zeichnen die Zahlen des Jahres 2025 das Bild einer selbstbewussten und innovativen Gruenderszene, die sich auf anspruchsvolle Technologien konzentriert. Ob die Schweiz ihre Spitzenposition halten kann, haengt davon ab, ob sie es schafft, ihre klugen Koepfe und vielversprechenden Firmen auch langfristig im eigenen Land zu halten und weiter wachsen zu lassen.
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