Das Basler Biotechunternehmen Vaderis Therapeutics hat eine überzeichnete Finanzierungsrunde über 152 Millionen Dollar abgeschlossen. Mit dem Geld treibt die Firma eine grosse klinische Studie zu einem Wirkstoff gegen eine seltene erbliche Gefässerkrankung voran, für die es bislang keine eigens zuge
In der Schweizer Start-up-Szene sorgt eine grosse Finanzierungsrunde für Aufsehen. Das in Basel ansässige Biotechunternehmen Vaderis Therapeutics hat nach eigenen Angaben eine überzeichnete Finanzierungsrunde der Serie B über insgesamt hundertzweiundfünfzig Millionen Dollar abgeschlossen, was zu den grösseren Beträgen im Gesundheitsbereich des Landes zählt.
Das frische Kapital soll dem Unternehmen ermöglichen, einen vielversprechenden Wirkstoff in die entscheidende Phase der klinischen Erprobung zu bringen. Im Zentrum steht dabei eine seltene erbliche Erkrankung der Blutgefässe, für die es bis heute keine speziell entwickelte und zugelassene Behandlung gibt und die für Betroffene sehr belastend ist.
Rekordsumme für ein Basler Biotech
Eine Finanzierungsrunde in dieser Grössenordnung ist auch für den gut aufgestellten Schweizer Biotechstandort bemerkenswert. Dass die Runde nach Darstellung des Unternehmens überzeichnet war, bedeutet, dass mehr Investoren Geld einbringen wollten, als am Ende überhaupt Platz in der Runde fanden, ein Zeichen für das grosse Vertrauen der Geldgeber.
Für ein Unternehmen, das noch kein zugelassenes Medikament auf dem Markt hat, ist eine solche Summe von grosser Bedeutung, denn die Entwicklung neuer Arzneimittel ist teuer und langwierig. Das Geld verschafft Vaderis die nötige finanzielle Sicherheit, um die aufwendigen und streng regulierten klinischen Prüfungen über einen längeren Zeitraum durchzuführen.
Wer hinter der Finanzierung steht
Angeführt wurde die Runde nach Angaben des Unternehmens von der Sparte Life Sciences bei Goldman Sachs Alternatives sowie der Investmentgesellschaft TCGX, die beide auf Beteiligungen im Gesundheitsbereich spezialisiert sind. Ihre Beteiligung gilt in der Branche als Signal, dass Fachleute dem Projekt gute Chancen einräumen.
Neben den beiden führenden Investoren beteiligten sich weitere namhafte Kapitalgeber wie Omega Funds, EQT Life Sciences, Perceptive Advisors und Kalehua Capital an der Runde. Auch die bereits zuvor engagierten Geldgeber Medicxi und Droia stockten ihr Engagement auf, was das Vertrauen der bestehenden Partner in die Entwicklung unterstreicht.
Die seltene Erbkrankheit HHT

Im Mittelpunkt der Arbeit von Vaderis steht eine Erkrankung mit dem komplizierten Namen hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie, kurz HHT, die auch als Morbus Osler bekannt ist. Es handelt sich um eine seltene, vererbbare Krankheit, bei der sich die Blutgefässe an verschiedenen Stellen des Körpers nicht richtig ausbilden und dadurch leicht bluten.
Für die Betroffenen bedeutet das häufig wiederkehrendes und schweres Nasenbluten sowie das Risiko einer chronischen Blutarmut, die den Alltag stark einschränken kann. Weil die Gefässveränderungen auch innere Organe betreffen können, gilt die Erkrankung in schweren Fällen als gefährlich, und bislang fehlt eine gezielt dafür zugelassene Therapie.
Der Wirkstoff Engasertib
Die Hoffnung des Unternehmens ruht auf einem experimentellen Wirkstoff mit dem Namen Engasertib, der auch unter der Bezeichnung VAD044 geführt wird. Es handelt sich um ein Mittel, das die Patientinnen und Patienten in Form einer Tablette einnehmen können, was gegenüber einer Spritze oder Infusion im Alltag deutlich einfacher wäre.
Der Wirkstoff greift gezielt in einen bestimmten Signalweg der Zellen ein, der bei der Entstehung der fehlerhaften Blutgefässe eine Rolle spielt. Sollte sich das Mittel in den Studien bewähren, könnte es nach Angaben des Unternehmens die erste eigens für die Behandlung von HHT entwickelte und zugelassene Therapie werden.
Die entscheidende Phase-3-Studie
Mit dem eingesammelten Geld startet Vaderis eine grosse internationale Studie der Phase drei, die den Namen HEROIC trägt. In dieser letzten und entscheidenden Phase der klinischen Prüfung wird an einer grösseren Zahl von Patienten untersucht, ob der Wirkstoff wirklich hilft und dabei ausreichend sicher und verträglich ist.
Erst wenn eine solche Studie überzeugende Ergebnisse liefert, können die Behörden ein Medikament für den breiten Einsatz zulassen. Für die betroffenen Menschen ist der Beginn dieser Studie deshalb ein wichtiges Signal, auch wenn bis zu einer möglichen Zulassung noch einige Jahre der sorgfältigen Forschung vergehen dürften.
Biotech als Stärke des Standorts Schweiz
Der Erfolg von Vaderis fügt sich in ein grösseres Bild ein, denn der Gesundheits- und Biotechbereich gilt derzeit als eine der stärksten Branchen der Schweizer Start-up-Szene. Gerade Unternehmen aus der Medizin und der Wirkstoffforschung ziehen einen bedeutenden Teil des Risikokapitals an, das im Land in junge Firmen investiert wird.
Für den Standort Schweiz sind solche Runden nicht nur ein Grund zur Freude über hohe Summen, sondern auch ein Beleg für die enge Verbindung von Spitzenforschung und Unternehmertum. Ob sich die grossen Erwartungen erfüllen, wird sich allerdings erst zeigen, wenn die Studien abgeschlossen sind und die Ergebnisse tatsächlich vorliegen.
Starke Berichterstattung zu Vaderis Therapeutics.

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